Dienstag, 26. Mai 2015

Vegane Schokomuffins: Ja, die schmecken auch im tiefsten Harz

Vegane Schokomuffins - besonders lecker mit selbstgeraspelter Kuvertüre.
Zutaten (für 12 große oder ca. 48 Mini-Muffins): 200g Mehl, 200g Zucker, 110g Kakao,
1/2 TL Salz, 2 TL Backpulver, 250ml Sojamilch, 125ml neutrales Öl, 100g Zartbitter-Schokoladenraspel.
 Etwas Fett und Mehl für die Form.

Bin ich eigentlich out? In Berlin vermutlich schon - da ist so ein Blog sicher total 2012. Aber glücklicherweise gibt es dieses Internet mittlerweile auch in Gegenden wie - sagen wir mal - dem tiefsten Harz. Das ist gar nicht böse gemeint, aber vielleicht leben dort Menschen, die von solch neumodischen Online-Berichten samt Fotos und Verlinkungen total begeistert sind. Denen sei gesagt: Haltet euch fest, denn zum heutigen Post gibt es sogar Hashtags und - oh Schreck - ein Listicle! Was das ist? Etwas, das früher mal Aufzählung hieß und mittlerweile bei vielen möchtegern-modernen Medien angesagt ist. Und das mit meist penetrant neugierig machenden Überschriften begonnen wird. Sowas wie:

Fünf Dinge, die ihr unbedingt über diese Schokomuffins wissen müsst - und spätestens bei Punkt 4 solltet ihr wirklich auf mich hören!


1. Das Wichtigste vorab: Diese superschokoladigen Muffins, die ich vor einiger Zeit dank Pinterest (Was ist denn das nun schon wieder?!) in einem Blog entdeckt habe, schmecken einfach nur richtig gut. Lecker, fluffig, genau richtig süß - Online-Hipster kommentieren das heutzutage wohl mit: #nomnom.

2. Fast genauso wichtig: Die Zubereitung ist so einfach - man kann fast nichts falsch machen. Einfach alle Zutaten in oben genannter Reihenfolge in einer Schüssel vermixen, dann kleine Teigportionen in eine gefettete und bemehlte Muffinform füllen und ab in den vorgeheizten Ofen damit (Minimuffins 12-15 Minuten bei 175 Grad, normale Muffins 20-25 Minuten). Das alles geht so schnell, dass man ganz viel Zeit für die noch schöneren Dinge des Lebens hat. Ich bin mal wirklich total 2012 und sage: #yolo.

Vegane Schokomuffins - besonders lecker mit selbstgeraspelter Kuvertüre.

3. Überschrift und Zutatenliste verraten bereits: Diese Muffins sind vegan (auch wenn sie ein wenig wie Mini-Frikadellen aussehen). Und jetzt ist die Frage: Wen kann ich damit beeindrucken? Im hippen Berlin ist man über diesen Ernährungstrend sicher längst hinweg, dort steht man auf Steinzeitkost, Raw Food - oder irgendwas, das ich noch nie im Leben gehört habe. Und in den ländlichen Regionen, die ich eben anschrieb? Puuh, da hält man vermutlich nix von tierproduktefreier Ernährung, oder? So gesehen braucht wohl kein Leser der Welt dieses Rezept. #dieseerkenntniskommtzuspät

4.Wenn ihr einfach nur Muffins servieren und nicht diskutieren wollt, hört auf meinen Rat: Erzählt nichts von fehlenden Eiern oder Sojamilch! Sonst werdet ihr euch wieder vor sich provoziert fühlenden Fleischessern verteidigen müssen, weil ihr hübsche Lederstiefel tragt und nicht für die gerechte Bezahlung von Maisbauern auf die Straße geht. #irgendwomussmandochanfangen

5. Ich hab die Muffins schon mehrfach gemacht - und beim letzten Mal gab es keine fertigen Schokoflocken im Supermarkt. Die Notlösung: Kuvertüre kaufen und selber raspeln. Und ich muss sagen: Das geht superschnell, tut gar nicht weh - und ist eigentlich ziemlich geil so. Ich bin ja grundsätzlich für Selbermachen, würde nie auf die Idee kommen, fertigen Reibekäse zu kaufen, der ist einfach nur halb so lecker. Nur bei Schokolade habe ich die DIY-Variante nie in Betracht bezogen - und bin jetzt überzeugt. #manlerntnieaus

Vegane Schokomuffins - besonders lecker mit selbstgeraspelter Kuvertüre.

Bon Appétit! Lasst es euch schmecken - auch im Jahr 2060 noch. Wenn ich schon alt und grau bin, das allwissende Internet diesen Post aber bestimmt noch immer archiviert hat. Vielleicht ist so ein mainstreamiger Foodblog dann wieder total in. Schließlich tragen Menschen plötzlich auch wieder bauchfreie Tops und Plateau-Buffalos. Irgendwann kommt alles zurück. #hatschonmamaimmergesagt