Donnerstag, 23. April 2015

Paris - ich will mehr von dir! Und von deinem Eis, deinen Burgern, deinem Haferbrei...

Tipp für günstiges Frühstück in Paris - auch vegan: Le Pain Quotidien
Das für mich großartigste Frühstück von Paris - im Le Pain Quotidien.

Heute habe ich einen vierten Wunsch. Plus de Paris, s'il vous plaît - ich will mehr Paris! Mehr Sonnenstrahlen auf Dachterrassen, mehr kopfsteingepflasterte Montmartre-Gassen. Mehr plötzlich auftauchende Blicke auf den Eiffelturm - und natürlich mehr gemütliche Cafés, angesagte Restaurants, fabelhafte Eisdielen. Bekomme ich nicht? Da ist gerade wirklich nichts zu machen? Verdammt. Dann muss ich Paris eben in mein bescheidenes Blog-Universum holen - und damit ausnahmsweise einen persönlichen Urlaub für meine kleine Leserschaft ausschlachten.

Voilà: Total leckere, (meist) vegetarische und (zumindest relativ) günstige Tipps für Paris


Ich starte mit einer Entschuldigung: Excusez-moi! Ich hatte eigentlich gar nicht vor, über den Drei-Tage-Trip Anfang April zu schreiben, deshalb habe ich nicht alles und erst recht nicht professionell fotografiert. Aber im Nachhinein möchte ich einige Dinge unbedingt mit potentiellen Paris-Reisenden teilen. Schließlich weiß ich aus eigener Erfahrung, wie aufwändig es ist, vor der Fahrt gefühlt 12.376 Blogs nach total leckeren, meist vegetarischen und zumindest relativ günstigen Tipps für Paris zu durchsuchen.

Toller Laden in Montmartre, Paris: Kusmi Tea - auch in Detox-Variante
Findet im Text nicht statt, ist aber trotzdem toll: Der Shop von Kusmi Tea in Montmartre.


Beginnen wir beim Frühstück! Ich weiß, als echter Pariser genießt man morgens Croissant oder Pain au chocolat - aber ich nicht, excusez-moi encore une fois. Aber immerhin hat mein Begleiter in dem fabelhaften Le Pain Quotidien das klassische Frühstück bestellt, das für alle Brotfreunde absolut empfehlenswert ist. Croissant und großartiges Brot, dazu Milchkaffee, frischer O-Saft und superleckere Aufstriche, die in großen Töpfen auf allen Tischen stehen. Und das alles für (in Paris unschlagbare) 10 Euro.

Ich gebe zu: Damit bin ich nicht hingekommen. Aber von dem frischen Obstsalat, den ich zusammen mit Pekanuss-Minz-Haferbrei genossen habe, träume ich noch immer. Dazu Milchkaffee (sogar aufschlagsfrei mit Sojamilch) und frischer Pampelmusensaft - besser kann ein Tag kaum starten. Erst viel später habe ich entdeckt, dass Le Pain Quotidien eine fast weltweit operierende Kette ist. Darüber sehe ich ausnahmsweise hinweg. Die Cafés sind so schön eingerichtet, das Essen so gut - ich schiebe gleich noch Wunsch Nummer fünf hinterher: Ich will das auch in Deutschland. Bitte.

Machen wir mit dem Nachtisch weiter. Ich weiß: Die folgende Information ist kein Geheimtipp, deshalb halte ich mich recht kurz. Bei Amorino gibt es das vermutlich allerbeste Eis der Stadt. Punkt. Ich hatte eine grandiose Mischung aus Himbeer, unvergleichliche Schokolade, Stracciatella, Passionsfrucht und Blaubeer-Käsekuchen- und das alles in halbwegs bekömmlicher Menge. Wie so oft im Ausland entscheidet man sich vorher nur für die Bechergröße und darf dann beliebig viele Sorten in entsprechend kleiner Portion auswählen. Alles probieren, ohne tatsächlich fünf Kugeln zu essen - absolut überzeugendes Konzept. Wunsch Nummer sechs: Auch das will ich in Deutschland. Bitte. (Huch, jetzt sehe ich dank Google, dass dieser Wunsch bereits erfüllt ist - und finde das irgendwie doof).

Das beste Eis von Paris - auch vegan: Amorino im Marais
Ich könnte schon wieder... Ein Eisbecher von Amorino.

Geht nur mittags richtig essen, abends ist es viel teurer. Ja, das sagen fast alle, bevor man nach Paris fährt. Hatten wir aber keine Lust drauf - und außerdem: Soll ich wirklich mitten am Tag den obligatorischen Weißwein dazu bestellen? Ein Tipp (auch) für den Abend: Nanashi im Marais. Ein aktuell offenbar ziemlich angesagtes Lokal, das wir zufällig entdeckten. Dort gibt es superfrisches und ziemlich gesundes Essen im japanischen Stil, das in Form von Parisian Bentos serviert wird: In mehreren eckigen Schalen bekommt man verschiedene Komponenten serviert. Schwer zu beschreiben, guckt's euch auf ihrer Website an - oder noch besser direkt vor Ort. Es gibt täglich je ein Menü mit Fleisch, Fisch oder vegetarischer Alternative zur Auswahl. Auch der Salat ist absolut empfehlenswert - und erst die Nachtische! Formidable.

Direkt gegenüber ist übrigens ein (fast vollständig) veganes Hipster-Café, in dem wir am ersten Tag zufällig gelandet sind: Café Pinson. Auch durchaus empfehlenswert, aber ich kann hier nicht alles in breiter Ausführlichkeit erörtern - wozu gibt es Verlinkungen?

Gesundes Abendessen in Paris, Marais: Nanashi
Das Essen wurde nicht fotografiert - aber immerhin der Laden: Nanashi im Marais.

Aber unbedingt ausführlich (nur leider komplett ohne Foto) muss ich euch noch Hank Vegan Burger empfehlen, einen noch ziemlich neuen und tatsächlich komplett veganen Burgerladen. Nein, ich möchte überhaupt nicht missionieren und muss darauf hinweisen, dass mein fleischmögender Mitreisender diese Idee hatte - und auch er war überzeugt. Ein kleiner Laden im nördlichen Marais, sehr hip mit sehr coolen Typen hinter der Theke. Die Burger sind teilweise nach alten Tanten benannt - und richtig gut. Ich hatte die Variante mit Humus-Frikadelle, dazu frischen Möhren- und Krautsalat. Gibt natürlich auch Cheeseburger mit Pommes und Majo, alles komplett ohne totes Tier. Und trotzdem richtig gut, glaubt's mir einfach.

Also: Bon Appétit! Nie passte das so gut wie heute, ich freu mich. Schließlich spreche ich so gern französisch und würde es so gern noch viel besser können (aber das wäre schon Wunsch Nummer sieben, ich will ja nicht unersättlich erscheinen). Ich hatte mir schon so schön alle Bestellungen vorher im Kopf zurechtgelegt - inklusive Sonderwünschen! Doch leider wurde ich immer schnell enttarnt und die Kellner wechselten problemlos ins Englische - meinen enttäuschten Blick ignorierend. Ich lerne daraus: Ich sollte unbedingt zurück in die fabelhafte Stadt, um bald wie eine echte Pariserin zu klingen. Das wäre dann Wunsch Nummer acht - und den lasse ich mir nicht nehmen. Merci beaucoup.