Dienstag, 27. Mai 2014

Grün gefüllte Champignons: Auch Vegetarier dürfen grillen

Grillen für Vegetarier: Gefüllte Champignons mit Zucchinicreme
Zutaten: 16 mittelgroße Champignons, 1 Zucchini, 1 Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, 50g Magerquark, 50g Schmand,
Saft und Schale einer halben Bio-Zitrone, Salz, Pfeffer, frische gehackte Kräuter (Oregano, Basilikum)

Nein, die Äpfel müssen nicht freiwillig vom Baum gehüpft sein. Nein, ich ernähre mich nicht nur von ungesalzenem Brokkoli. Ja, ich esse ohne Fleisch - aber trotzdem meistens viel und immer gut. Viele Fleisch-Fanatiker glauben das nicht. Man reicht ihnen den kleinen Finger, sie reißen gleich die ganze Hand ab und stellen sie in ihrem imaginären Regal direkt neben Nur-ungebleichte-Baumwolle-Träger und Wenig-Spaß-am-Leben-Haber. Eine Sache, die nicht im gleichen Regal - vermutlich nicht mal im gleichen Haus - steht, ist Grillen. Völlig zu Unrecht. Denn ich grille sehr gern - und teile sogar auch mit Anti-Vegetariern.


Voilà: Gefüllte Champignons mit Zucchinicreme


Erst einmal putzt ihr die Pilze, zum Beispiel mit Küchenpapier. Dann dreht ihr die Strünke (ja, das heißt wirklich so) vorsichtig heraus und höhlt die Pilze mit einem kleinen Löffel weiter aus. Achtung: Passt dabei gut auf, die brechen schnell durch. Und noch einmal Achtung: Werft die Strünke nicht weg, die werden weiterverarbeitet. 

Grillen für Vegetarier: Gefüllte Champignons mit Zucchinicreme

Denn jetzt geht's an die Füllung: Hackt die Champignons-Strünke und die Zucchinis in kleine Stücke, das gleiche macht ihr mit Zwiebel und Knoblauch. Alles wird in etwas Olivenöl scharf angebraten, dann lasst ihr es ein paar Minuten garen. Mit Salz, Pfeffer und ein wenig Chili würzen. Dann die Masse vom Herd nehmen und abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit könnt ihr schonmal die ausgehöhlten Pilze in Auflaufformen bereitstellen. Dort werden sie bald mit dem Mus gefüllt, das ihr nun zubereitet: Die abgekühlte Zucchini-Pilz-Mischung püriert ihr, gebt dann Zitronensaft und die geriebene Schale, die frischen gehackten Kräuter, den Quark und den Schmand dazu, verrührt alles, bis es eine cremige Masse ist. 
Diese verteilt ihr jetzt mit kleinen Löffeln in den Pilzen - und dann können sie auf den Grill. Legt sie auf Alufolie oder in eine Grillschale und gebt ihnen fünf bis zehn Minuten, bis die Pilze durch sind und die Füllung heiß ist. Und dann lasst es euch schmecken.
Grillen für Vegetarier: Gefüllte Champignons mit Zucchinicreme

Bon Appétit. Und falls hier Vertreter der Fleischlos-Industrie mitlesen: Bitte, bitte behaltet sie für euch: die ganzen vegetarischen Würstchen, fleischfreien Hacksteaks und weiteren Widerlichkeiten. Ich glaube, dass es da ein ganz großes Missverständnis gibt: Die meisten Vegetarier sind recht glückliche und satte Menschen. Und sie wachen nicht nachts schweißgebadet auf und denken sich: Jetzt erstmal 'nen Schweinenacken.

Donnerstag, 15. Mai 2014

Feldsalat mit warmen Möhren: Keine Pizza, trotzdem gut

Feldsalat mit warmen Möhren und Sonnenblumenkernen
Zutaten (für ein Hauptgericht oder zwei Beilagen): 50g Feldsalat, 2 Möhren, 5-6 Kirschtomaten,
3-4 Radieschen, 30g Feta, 3 EL Mais, 2 EL Sonnenblumenkerne. Fürs Dressing: 1 EL Balsamico-Essig,
1 TL Olivenöl, ein Schuss Zitronensaft, Salz und Pfeffer

Es ist leicht, wenn man Schokolade hat. Oder Pizza. Oder Schnitzel. Wenn man Leuten Dinge mit genügend Zucker, Käse oder Fleisch vorsetzt, dann stürzen sie sich drauf und lieben es. Das ist so einfach wie vorhersehbar - und anders als bei Salat.

Schau doch mal vorbei: Hier geht's zu südstadtgold!
Gesund und dann auch noch fleischlos - da denkt der Mensch mit durchschnittlichem Geschmacks-Horizont spontan nicht an Genuss. Deshalb freue ich mich immer, wenn mein Salat in der Kantine neidische Blicke erntet: von den Kollegen mit labbrigem Schnitzel auf dem Tablett. Oder es ein überraschtes Hervorragend gibt, wenn jemand mein salatiges Abendessen probiert. So geschehen bei dem folgenden Gericht.

Voilà: Feldsalat mit warmen Möhren und Sonnenblumenkernen

 


Und das ist der Weg zur grünen Überraschung: Den Feldsalat zupfen und waschen, dann Tomaten halbieren, Radieschen vierteln, Feta bröseln und die Möhren in kleine Stifte schneiden. Die werden in etwas Olivenöl angebraten - und hier kommt dann tatsächlich Zucker ins Spiel, aber nur ein ganz kleines bisschen. Streut eine Prise über die Möhren, da sie dann leicht karamellisieren und unglaublich lecker werden. Gebt die Sonnenblumenkerne mit in die Pfanne und röstet sie ein paar Minuten. 

In der Zwischenzeit könnt ihr fix das Dressing mixen: Dafür einfach Balsamico mit einem Teelöffel Olivenöl vermischen. Salz, Pfeffer und einen Schuss Zitronensaft dazu - und dann abschmecken. So ist's noch ziemlich sauer und steht im Kontrast zu den süßlichen Möhren, wer das nicht mag, packt noch etwas Honig dazu. Den Salat auf einem Teller ausbreiten, Tomaten, Radieschen, Mais drauf verteilen, dann vorsichtig die noch warmen Möhren und Sonnenblumenkerne darauf betten, Fetabrösel darüber streuen - und alles mit Dressing übergießen. Jetzt schnell auf den Tisch, bevor es kalt wird! (Dass ich das bei Salat mal sagen darf...)

Feldsalat mit warmen Möhren und Sonnenblumenkernen

Bon Appétit! So ähnlich wie mit Zucker ist es übrigens mit Geld: Wenn man genügend davon irgendwo reinsteckt, dann kommt die Sache gut an - aber das kann ja jeder. Ich persönlich freu mich viel mehr, wenn schöne Dinge mit nur wenig Geld erschaffen werden: Alte Möbel aufgehübscht zum Beispiel oder aus günstigen Materialien welche gebaut. Aber von einigen Menschen da draußen wird so etwas gerne von oben herab belächelt oder als Notlösung betrachtet. Genau wie Salat.

Freitag, 2. Mai 2014

Bandnudeln mit grünem Spargel: Welch seltene Ehre!

Bandnudeln mit grünem Spargel
Zutaten (für 2 Personen): 250g Bandnudeln, 6-8 Stangen grüner Spargel, 6 mittelgroße Champignons,
eine Handvoll Kirschtomaten, eine Knoblauchzehe, 1/2 Zwiebel, Salz, Pfeffer, Basilikum,
ein Schuss Weißwein, ein bisschen Zitronensaft, Olivenöl

Es gibt Leute, die sind einfach so. Die sorgen dafür, dass plötzlich jeder gute Laune hat. Die machen aus einem ganz normalen Abend einen, den man nie vergisst. Vielleicht haben sie das gewisse Etwas - vielleicht tauchen sie aber auch einfach nur selten auf. Ich vermute sogar, dass es daran liegt: Man freut sich seit Monaten auf sie und will die Zeit genießen, bis die seltenen Gäste wieder weg sind. Diese Leute sind wie grüner Spargel.

Denn eigentlich wäre das ein ganz normales Abendessen, das niemals seinen Weg hierhin gefunden hätte - weil es so banal ist. Aber mit grünem Spargel ist es nun mal so: Plötzlich schmeckt es viel besser und ganz besonders. Und das Beste daran: Die Zubereitung ist so schnell und unkompliziert, als würde man sich nur fix ein Müsli machen - aber dazu passt Spargel leider so schlecht.

Voilà: Bandnudeln mit grünem Spargel, Tomaten und Champignons 


Bandnudeln mit grünem Spargel

Zur Zubereitung der Nudeln muss ich wohl nicht viel schreiben - nur das hier: Die restlichen Zutaten verbringen nur wenige Minuten in der Pfanne, also fangt früh genug mit dem Kochen der Nudeln an. Währenddessen den Spargel in beliebig große Stücke schneiden, die Champignons vierteln und die Kirschtomaten halbieren. Zwiebel und Knoblauch klein hacken.

In einer Pfanne mit etwas Olivenöl Knoblauch und Zwiebeln anschwitzen, dann den Spargel (bis auf die Spitzen, die sind empfindlich) und die Pilze scharf anbraten, zuletzt die Tomaten gemeinsam mit den Spargelspitzen dazugeben. Kippt einen Schuss Weißwein drauf und lasst es kurz köcheln. Salz, Pfeffer, Basilikum, ein bisschen Zitronensaft und noch einen guten Schuss Öl drüber, dann die Nudeln abgießen und in die Pfanne geben. Einmal alles durchschwenken - und das war's auch schon.

Bandnudeln mit grünem Spargel

Bon Appétit! Und um nochmal auf die alle-Aufmerksamkeit-auf-sich-Zieher zurückzukommen: Manchmal finde ich es schade, wie sie andere in den Schatten stellen - beispielsweise den großen blassen Bruder. Obwohl der eigentlich auch ganz nett ist und genauso selten auftaucht, kommt er irgendwie immer uncooler daher und ein bisschen altmodisch. Vielleicht liegt das in dem speziellen Fall an der dicken gelben Freundin, die den großen blassen Bruder immer begleitet - sogar in die Gemüsetheke, wo sie nun wirklich überhaupt nichts zu suchen hat.

Deshalb finde ich es toll, wenn ein hippes Lokal zeigt, wie man es auch machen kann: Erst letzte Woche habe ich in der Speisekammer auf der Alteburger Straße weißen Spargel in einer wirklich mal anderen und absolut fantastischen Weise gegessen (ja, tatsächlich ganz ohne Sauce Hollandaise). Meine Empfehlung: Schnell hin da - bevor die Gebrüder Spargel wieder das Land verlassen.