Dienstag, 19. Januar 2016

Konfetti, bitte! Wir machen hier Schluss - und woanders weiter

 

Jetzt will ich einen Schaukelstuhl. Eine Brille, die mir von der Nasenspitze rutscht. Und vor mir ein knisterndes Kaminfeuer. Denn ich nehme Abschied - und werde etwas melancholisch. Wenn ich mich durch erste Europalettenversuche klicke (und auch durch zweite). Durch die geilsten Muffins überhaupt. Durch den kurioserweise total erfolgreichen Feldsalat mit warmen Möhren. Und durch all die anderen Dinge, die ihren Weg in diese bescheidene Hütte gefunden haben. Dann denke ich mir: Wir hatten schon 'ne schöne Zeit.

Aber kennt ihr das, wenn ihr Risse immer wieder näht? Wenn ihr sogar Flicken auf die Knie klebt, es sogar mit Umfärben probiert - aber dann merkt: Die Hose, die ist nichts mehr? So ähnlich war's mit mir und diesem Blog. Irgendwie haben wir uns aneinander satt gesehen, fühlten uns gemeinsam eingeengt, verbrachten viel zu wenig Zeit miteinander. In so einer Situation bin ich für klare Schlussstriche.

Deshalb, voilà: Schlussstrich. 


Und ich muss gestehen: Ich hab längst einen Neuen. Neue Optik, neuer Stil, neue Inhalte (und ein paar sehr ähnliche, das geb ich zu). Aber falls euch gefallen hat, was hier passierte, dann schaut doch auch mal bei meinem brandneuen Südstadtgold vorbei. Ich freue mich auf euch - und sage DANKE an alle, die mal hier waren.

Aber damit all die liebgewonnenen Dinge hier nicht verloren gehen, lebt drei wünsche einfach ohne mich weiter. Ohne neues Futter, aber mit ganz viel altem. Also eigentlich alles kein Grund zur Traurigkeit, oder? Neuanfänge sind doch eine geile Sache, ein Grund zum Feiern. Deshalb weg mit dem Schaukelstuhl, her mit dem Konfetti - jetzt wird auf den Tischen getanzt!

Montag, 4. Januar 2016

Gute-Dinge-Cocktail zum mitnehmen: Linsensalat im Caprese-Style

Gesund, lecker, lunchbox-tauglich: Roter Linsensalat im Caprese-Style
Zutaten (für zwei Personen): 1 Becher rote Linsen, 1 Handvoll Cocktailtomaten, 1/4 Mozzarella, 1/4 Apfel.
Dazu frischer Zitronensaft, frischer Basilikum, Gewürze, ein paar Chiasamen.

Reden wir über Linsen. Ja, ich bin auch überrascht. Vermutlich genauso wie der Rest meiner Familie, denke ich. Denn wenn ich als Kind eine Sache überhaupt nicht mochte, dann waren es - ganz genau - Linsen. Allerdings waren die auch braun und in Suppe schwimmend, rote als Salat gab es früher irgendwie nicht. Und nachdem ich in meiner Lieblings-Salatbar am Chlodwigplatz letztens ganz begeistert war, wagte ich den persönlichen Linsen-Neustart. Natürlich nicht, ohne mich vorher genauer über die kleinen Dinger zu informieren. Und ihr könnt euch denken: Sie sind mega-gesund. Also lasst uns noch etwas lernen, bevor das Essen auf den Tisch kommt.

Voilà: Roter Linsensalat im Caprese-Style


Ihr wünscht euch einen Cocktail aus Eiweiß, Ballaststoffen, komplexen Kohlenhydraten, Kalium, Eisen und Zink? Der außerdem lange satt macht und euer Immunsystem pusht? Voilà, greift zu: Denn all das gilt für rote Linsen - hab ich jedenfalls im Netz gelesen. Dazu gibt es sogar noch Molybdän. Kenne ich nicht, ist allerdings laut dieser Quelle ein essentielles Spurenelement. Und das klingt doch gut. Vor allem für Menschen wie mich, die kein Fleisch und kaum Fisch essen, sind Eiweiße wichtig - sagt man mir jedenfalls immer. Rote Linsen dürften Vegetarier- und sogar Veganer-Kritiker verstummen lassen.

Gesund, lecker, lunchbox-tauglich: Roter Linsensalat im Caprese-Style

So, jetzt schalte ich auch den Vortragsmodus ab und nehm euch mit an den Herd. Rote Linsen sollen vor der Zubereitung gewaschen werden. Ich hielt das erst für übertrieben, aber es wirklich krass und schon irritierend, wie das Wasser nach dem Waschen aussieht - glaubt mir: Es ist nötig. (Den gleichen Lern-Effekt hatte ich übrigens schon bei meiner neuen Freundin, der Hirse.) Die sauberen Linsen kommen mit der doppelten Menge gesalzenem Wasser auf den Herd, für zwei Portionen nehme ich einen Becher Linsen und zwei Becher gefiltertes Leitungswasser. Jetzt köcheln lassen, laut Packung sieben bis zehn Minuten, am besten gießt ihr das überschüssige Wasser einfach ab, wenn die Linsen al dente sind - falls dieser Begriff nicht exklusiv für Pasta reserviert ist.

Und nun? Könnt ihr damit ungefähr 17.000 verschiedene Dinge anstellen. Für diesen Salat lasst ihr die Linsen abkühlen, dann schneidet ihr Tomaten, Mozzarella und Apfel in beliebig kleine Stücke und hebt sie unter. Gewürze und frischer Zitronensaft tun Linsen in allen Varianten gut. Damit der Salat besonders satt macht, rührt noch ein paar Chia-Samen unter. Alles abschmecken, mit frischem Basilikum verfeinern, fertig. Und dann entweder servieren oder gut verpackt in den Kühlschrank stellen: Ist schließlich ein perfektes Lunchbox-Gericht. Aber das sieht für die Fotos einfach nicht so schick aus.

Gesund, lecker, lunchbox-tauglich: Roter Linsensalat im Caprese-Style

Bon Appétit! Wie ihr seht, eignen sich rote Linsen übrigens auch perfekt zum hübsch anrichten auf dem Teller. Und schön muss es schließlich aussehen, wie mein Blog-Titel neuerdings fordert. Vielleicht liegt hier auch der Unterschied zur braunen Suppenvariante. Denn auch wenn ich all meine Kreativität versammle und gedanklich die schönsten Instagram-Filter der Welt drüberlege: In meinem Kopf sehe ich nur braune Matsche auf dem Teller - und in der Mitte eine Bockwurst.

Samstag, 19. Dezember 2015

Gesund, gesund, gesund: Hirse - mit allem, was ihr wollt

Super-gesund:Hirse-Salat mit Zucchini, Oliven und Tomatensauce
Zutaten: Hirse. Für dieses Beispielgericht: Gebratenes Gemüse nach Wahl,
dazu etwas Tomatensauce und viele Gewürze.

Jetzt also Hirse. So weit ist es schon? Fragte ein irritierter Blick, als ich die Packung zuhause in den Vorratsschrank stellte. Und ja, das habe auch ich mich gefragt, als ich sie kurz zuvor in mein dm-Körbchen packte. Aber bekanntermaßen lasse mich immer schnell überzeugen von der Ist-so-gesund-Propaganda völlig fremder Blog-Schreiber. Und als ich dann bei Carrots for Claire nur noch Hirsehirsehirsehirse las, da lag die Packung fast schon auf dem Kassenband. Ja, ich bin leicht zu haben. Aber immerhin hinterfrage ich kritisch, teste ausführlich und teile meiner illustren Leserschaft mit, was ich davon halte. Vielleicht erspare ich also jemandem eine schlechte Erfahrung - oder wir gründen bald den Verein freundlicher Hirsefreunde. Ihr werdet sehen.

Voilà: Hirse - mit allem, was ihr wollt


Also gut, liebe Hirse, was kannst du denn schönes? Fassen wir uns kurz: So ziemlich alles. Als ich gerade für diesen Text schnell ein paar Eigenschaften recherchieren wollte (um dann zu zeigen, dass Hirse eigentlich die uncoole Schwester von Couscous ist), war ich selbst völlig überrascht. Ich wusste zwar, dass Hirse gesund sein soll. Aber so gesund? Die Körner enthalten extrem viel Eisen, Vitamine und Mineralstoffe. Sie schützen vor Herzkrankheiten, beugen Diabetes vor, sind gut für Knochen, Haut, Haare und Nägel. Hirse soll sogar das Bindegewebe stärken, macht lange satt - und ist auch noch glutenfrei, falls das irgendwem wichtig ist. Um nur ein paar Beispiele zu nennen. Wer noch mehr wissen will, der sollte hier vorbeischauen oder Google fragen. Wer Hunger hat, liest einfach weiter.


Die Zubereitung funktioniert eigentlich genau wie bei Couscous, Bulgur oder Quinoa - und wird auf der Packung erklärt: Hirse waschen, mit der doppelten Menge Wasser zum Kochen bringen, fünf Minuten köcheln, zehn Minuten quellen, fertig. Und jetzt kann sie genauso weiterverarbeitet werden wie die gerade genannte Konkurrenz. Ich habe gebratenes Gemüse (in etwas Tomatensoße, war noch vom Abendessen übrig) untergerührt und dann leckergewürzt. Denn leider gilt auch fürs Wunderkorn Hirse: Ist gesund, schmeckt auch so. Irgendwie ein bisschen öko, ein wenig mehlig, fand ich sogar. Vielleicht muss man sich auch einfach etwas an den Geschmack gewöhnen - am besten probiert ihr es einfach selbst.

Jedenfalls ist Hirse vielseitig zu verwenden: Als warmes Pfannengericht, als Salat zum Mitnehmen (was für mich wichtig ist, seit ich mich als Mittagspausen-Selbstversorgerin durchschlage), man kann sie sogar zu supergesundem Frühstücksbrei machen - kommt als Punkt auf meine To-try-Liste.

Super-gesund:Hirse-Salat mit Zucchini, Oliven und Tomatensauce

Bon Appétit! Und wer jetzt ein detailliertes Rezept erwartet hat, der ist vermutlich enttäuscht worden. Eigentlich wollte ich ja nur meine Ich-hab-Hirse-getestet-Erfahrungen mit euch teilen und ein wenig plaudern. Und ich hab sogar noch eine Erkenntis zum Schluss: Wusstet ihr, dass Coucous gar nicht so viele gesunde Eigenschaften hat - und meist verarbeiteter Hartweizen ist? Also eigentlich der minikugelige Bruder von Nudeln? War mir neu. Dafür ist das Image viel cooler - also wenn ihr euch für eure Hirse schämt, dann müsst ihr euch gar nicht outen. Zumindest meine Kollegen haben letztens gedacht, ich esse Couscous - und vielleicht hätte ich einfach nur nicken, lächeln und weiterlöffeln wollen. Aber ich war ehrlich. Und stecke jetzt wohl in einer Schublade: direkt neben Dinkelwaffeln, Seitan-Bratlingen und ungebleichtem Öko-Leinen.